Kraftvolle Lebensgeister aus der Pflanze

Es heißt, er hat seinen Namen von den Bären, die sich im Frühjahr nach dem Winterschlaf erstmal an dem frischen Kraut sattfressen, um wieder zu Kräften zu kommen. Und diese Kraft gibt der Bärlauch auch an uns weiter.
Er kommt in Deutschland besonders im Süden vor, im Norden seltener. In Brandenburg wird der Bärlauch in der Kategorie 1 der Roten Liste (vom Aussterben bedroht) geführt. Deshalb lohnt sich eine Ansiedelung im eigenen Garten.
Oder Sie greifen zurück auf den bei uns eher vorkommenden „Wunder-Lauch“ (Allium paradoxum / Seltsamer Lauch), manchmal auch „Berliner Bärlauch“ genannt. Der hat auch den bärlauchartigen Geruch, ist jedoch milder und hat eine völlig andere Form als der Bärlauch. Die Blätter sind schmaler, eher wie die vom Schneeglöckchen oder Spitzwegerich, aber heller als diese und zarter. Während der echte Bärlauch sternförmige Blüten ausbildet, sind die vom Seltsamen Lauch eher glockenförmig. Essbar sind beide Pflanzen.

Heilende Anwendungen

Der Bärlauch fühlt sich im Topf und im Garten wohl.
Fotos: Ramona Kleber

Im Bärlauch sind viel Vitamin C, Eisen und ätherische Öle enthalten. Er wirkt entgiftend sowie reinigend und kann uns über Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen und auch bei vielen Krankheiten unterstützen.
Zur Heilanwendung werden kurmäßig für 4-6 Wochen täglich etwa eine Handvoll frischer Bärlauchblätter gegessen.
Er war bei den Germanen, Kelten und auch den Römern als Heilpflanze bekannt. Für Pfarrer Künzle war Bärlauch die Pflanze mit den wirksamsten Kräften zur Reinigung von Magen, Darm und Blut. Seiner stark blutreinigenden Eigenschaft verdanken wir die heilende Wirkung bei chronischen Hautausschlägen und Flechten, da er die Ursache von innen her bekämpft.
Bärlauch wehrt ungewollte Darmbakterien ab, ohne den nützlichen zu schaden. So wurde er bei unseren Vorfahren auch als Wurmmittel eingesetzt. Ein Ungleichgewicht in der Darmflora, etwa durch Medikamente wie Antibiotika, wird durch Bärlauch wieder ausgeglichen. Auch wird die Darmflora bei Einnahme von Bärlauch gegen Parasiten gestärkt.
Weitere Anwendungsgebiete sind Arterienverkalkung und Bluthochdruck. Zur Unterstützung kann neben frischen Bärlauchblättern auch eine Bärlauchtinktur eingenommen werden.
Dieses Lauchkraut wirkt zudem durch seinen hohen Gehalt an Senfölglykosiden appetitanregend und stimulierend auf die Verdauungssäfte.
Katzen und Hunden wird Bärlauch ins Futter gemischt, um sie vor dem Befall von Darmparasiten zu schützen. Für einige andere Tiere, wie z.B. Kaninchen und Pferde, ist Bärlauch jedoch giftig!
Quelle: www.kostbarenatur.net

Anwendung in der Küche

Bärlauch und Seltsamer Lauch sollte vor allem frisch verwendet werden. Die getrockneten Blätter verlieren sehr stark im Geschmack.
Haltbar gemacht werden können beide jedoch als Salz, in Öl (die Blätter dazu klein schneiden und mit Öl übergießen, bis alles bedeckt ist) oder in kleinen Portionen einfrieren.
Verwenden Sie also die frischen Blätter und Blüten in Salaten, Kräuterquark, Smoothies, vegetarischen Aufstrichen, im Kräuterbrot oder als Pesto und Bärlauchgnocchi.

Aber Achtung:
Achten Sie beim Sammeln jedoch unbedingt darauf, dass Sie auch die richtigen Blätter mitnehmen. An bestimmten Stellen wächst der Bärlauch durchaus gleichzeitig mit giftigen Pflanzen, wie Maiglöckchen, Gefleckter Aaronstab, Herbstzeitlosen.

Der Seltsame Lauch, der sich gerne auch in unseren Parkanlagen findet, wäre eher mit den Blättern der dann vermutlich schon verblühten Schneeglöckchen zu verwechseln. Deren Blätter sind jedoch dunkler. Wenn Sie aus Versehen ein Blatt vom Spitzwegerich mitnehmen, ist das nicht so schlimm. Dann fehlt nur der charakteristische Geruch. Das ist übrigens auch das wichtigste Erkennungszeichen.
Seien Sie also achtsam bei der Ernte und starten Sie gesund in den Frühling!

Ihre Kräuterfrau vom Lavendelhof in Marquardt