Kameraden nehmen Abschied von Wehrführer Björn Enders

Er war für uns nicht nur Ortswehrführer, Feuerwehrkamerad und Lehrmeister, er war vor allem unser Freund“, beschreibt Paul Enderling, Berufsfeuerwehrmann in Berlin und stellv. Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Satzkorn, seinen verstorbenen Kameraden Björn Enders im Rahmen der Gedenkfeier, die am 20.02.2022 auf dem Gelände der Satzkorner Wehr stattfand.
Mehr als 130 Kameradinnen und Kameraden waren anwesend, um gemeinsam Björn Enders zu gedenken, darunter auch das Einsatznachsorgeteam Brandenburg und Ralf Krawinkel, der Fachbereichsleiter Feuerwehr der Stadt Potsdam, und weitere Vertreter der Feuerwehr Potsdam.

Paul Enderling verabschiedete seinen Freud mit herzlichen Worten. Auch der Leiter der Potsdamer Berufsfeuerwehr, Ralf Krawinkel (im Hintergrund), kam und drückte seine aufrichtige Anteilnahme aus.

Paul Enderling verabschiedete seinen Freud mit herzlichen Worten. Auch der Leiter der Potsdamer Berufsfeuerwehr, Ralf Krawinkel (im Hintergrund), kam und drückte seine aufrichtige Anteilnahme aus.

Der Anlass solle aber nicht nur der Abschied von einem herausragenden Kameraden sein, so Enderling. Man wolle auch allen Anwesenden die Möglichkeit geben, die Trauer gemeinsam zu bewältigen und über mit Enders gemeinsam Erlebtes und Verbindendes zu sprechen.
Björn Enders war schon seit 1987 bei der Freiwilligen Feuerwehr und wurde 2020 zum Oberbrandmeister befördert. Als der Bezirksschornsteinfeger (in dritter Generation!) mit seiner Familie von Bornstedt nach Satzkorn zog, reaktivierte er die Freiwillige Feuerwehr Satzkorn im Jahr 1999 und leitete diese von der ersten Stunde an. „Er war Herz und Seele der Wehr“, beschreibt Andreas Lüder, der gemeinsam mit Paul Enderling die Führung der Satzkorner Wehr bis zur nächsten Wahl eines neuen Wehrführers übernimmt, seinen Freund und Kameraden Enders.

Björn Enders war bei all seinen Kameraden und weit über die Satzkorner Wehr hinaus beliebt.

Björn Enders war bei all seinen Kameraden und weit über die Satzkorner Wehr hinaus beliebt.
Fotos: sts

„Die Wehr war seine Leidenschaft“, sagt Winnie Enders über ihren Mann. Es kam nicht selten vor, dass er berufliche und private Termine verschob, um seine Kameradinnen und Kameraden beim Einsatz zu unterstützen. Für seine Frau, die die Leidenschaft ihres Mannes mitgetragen hat, war es eine Selbstverständlichkeit, ihn bei seinem „zweiten Beruf“ zu unterstützten. „Das beruhte aber immer auf Gegenseitigkeit. Björn war immer auch voll und ganz für mich und meine Interessen da“, sagt Winnie Enders.
„Er war ein Vorbild für uns alle, nicht nur für die Jüngeren. Er leitete unzählige Ausbildungslehrgänge, nahm an fast jedem Einsatz teil und übernahm dabei manchmal gleich mehrere Schlüsselaufgaben auf einmal“, beschreibt Enderling Enders in einer sehr ergreifenden und emotionalen Rede.
Schwierige Situationen oder Probleme waren für Björn Enders mehr Herausforderungen, die es mit voller Kraft anzugehen galt. „Er gab immer 112 Prozent. Problemen begegnete er immer konstruktiv und sah in ihnen eher eine Chance“, so Enderling.
Auch außerhalb der Wehr brachte sich Enders mit voller Energie für das Gemeinschaftsleben in Satzkorn ein. Dank ihm entwickelte sich wieder eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Freunden und Kameraden stand er, ohne zu zögern, auch im Privaten mit Rat und Tat zur Seite.
„In den schweren Stunden der letzten Wochen standen uns die Kameraden der Potsdamer Berufsfeuerwehr fest zur Seite und übernahmen die Organisation der Gedenkfeier. Auch die anderen Freiwilligen Feuerwehren waren und sind für uns eine große Hilfe. Der großartige Zusammenhalt der Wehren untereinander wird vor allem in solch belastenden Situationen mehr als deutlich und macht mich sehr stolz“, so Lüder.
Fachbereichsleiter Krawinkel zeigt sich von dem Tod „des geschätzten Kameraden“ sehr betroffen. Man werde Björn Enders als engagierten, pflichtbewussten und zuverlässigen Menschen in Erinnerung behalten. „Er übernahm Verantwortung, begeisterte und motivierte Menschen. Erkunden, entscheiden, anpacken. Das war sein Ding“, so Krawinkel.
Björn Enders war stark und fest und dabei stets menschlich. War offen, wenn nötig charmant, immer aber ehrlich, verbindlich und verlässlich.
Am 08. Februar dieses Jahres starb Björn Enders nach langer Krankheit. In den Herzen seiner Kameraden, seiner Freunde und vor allem seiner Familie wird er immer weiterleben.

sts